Starre Systeme

Vorherrschend ist heute noch die Verarbeitung von Hohlprofilen, die als Stangenware geliefert werden. Der Hohlraum ist während der Applikation im Isolierglasbetrieb mit einem Trockenmittel zu füllen, das Restfeuchte aus dem Scheibenzwischenraum entfernen soll. Dadurch werden Sichtbeeinträchtigungen durch im Scheibenzwischenraum kondensierenden Wasserdampf ebenso verhindert wie die Korrosion der thermisch wirksamen Glasbeschichtungen, z.B. auf Silberbasis. Nicht selten jedoch gelangt durch das Befüllen der Hohlräume Trockenmittel in den Scheibenzwischenraum, was bislang zu Mangelanzeigen führen konnte. Hohlprofile als Stangenware sind die herkömmlichen Abstandhalter aus Aluminium, aber auch die meisten wärmetechnisch verbesserten Abstandhalter, etwa aus Edelstahl, Kunststoffen wie Polypropylen oder Polycarbonat oder Kombinationen.

Die Ecken der stangenförmigen Hohlprofile werden entweder gebogen oder gesteckt. Im ersten Verfahren werden die Profile für das entsprechende Glasformat abgelängt, in einem Stück gebogen und am offenen Ende zu einem Rahmen zusammengefügt. Es besteht die Gefahr, dass während des Biegens in den Ecken unansehnliche Quetschungen entstehen, die im fertigen Fenster – gerade bei den heute gewünschten niedrigen Glaseinständen – sichtbar bleiben.

Dieses Problem wird vermieden, wenn der Abstandhalter aus vier Einzelstücken in Länge und Breite des Glasformats zum geschlossenen Rahmen zusammengesteckt wird. Für konventionell rechtwinklige gesteckte Rahmen bietet der Markt spezielle Steckteile für die Ecken an, Sonderformen außerhalb der Rechtwinkligkeit lassen sich jedoch nur bedingt herstellen. Vor allem aber bergen gesteckte Rahmen wegen ihrer vier offenen Ecken grundsätzlich ein höheres Versagenspotenzial hinsichtlich der Dichtheit.