Fazit

Per Definition erfüllen alle wärmetechnisch verbesserten Abstandhalter nach DIN EN ISO 10077 die Grundvoraussetzung der Warmen Kante: die deutliche Verringerung der Wärmeleitung am Randverbund von Isolierglas, die neben der gesteigerten Energieeffizienz auch den Tauwasserschutz und die Behaglichkeit positiv beeinflusst.

Mit den repräsentativen Psi-Werten des Bundesverbands Flachglas steht jetzt erstmals auch ein objektiver und neutral ermittelter Vergleichsmaßstab zur Verfügung, um die Leistungsfähigkeit der verschiedenen warm-edge-Systeme bewerten zu können. Die Tabellen zeigen, dass vor allem Silikonschaum sowie einzelne Abstandhalter aus Polypropylen Spitzenwerte beim Wärmeschutz erreichen und damit die Erfüllung der Anforderung der EnEV für die Effizienz des Gesamtgebäudes vereinfachen.

Die verringerte Wärmeleitung ist jedoch nicht das einzige Qualitäts- und Auswahlkriterium für Warme-Kante-Abstandhalter. Maßgeblich sind auch:

  • Die Fähigkeit des Materials, auf die unvermeidlichen Pumpbewegungen reagieren zu können und so Spannungen im Randverbund zu reduzieren.
  • Die optisch hochwertige Erscheinung der durch die verringerten Glaseinstände heute meist gut sichtbaren Abstandhalter.
  • Die robotergestützte Verarbeitung RAA, die allein eine ausreichende Präzision im Hinblick auf die Winkeltreue und bei 3-fach-Isolierglas auch auf die Parallelität erreicht, was dann wiederum für eine einwandfreie Optik sorgt.
  • Die produktionstechnisch und optisch problemlose Ausbildung der Ecken des Abstandhalterrahmens ohne sichtbare Bearbeitungsspuren.

In der Summe dieser Kriterien überzeugen allein die im RAA-Verfahren applizierten, flexiblen Abstandhalter aus Silikonschaum. Im Hinblick auf die aktuellen Architekturtrends und die steigenden ästhetischen Anforderungen von Architekten, Bauherren und Investoren ist zu erwarten, dass sich die Technologie der flexiblen Abstandhalter in absehbarer Zeit zur Standardlösung für die Warme Kante entwickeln wird.