Definition

Der Begriff Warme Kante (warm edge) beschreibt eine bestimmte Wärmeleitfähigkeit am Randverbund von Isolierglas, spezifiziert aber noch keine weiteren Eigenschaften. Als alleiniger Parameter zur Beschreibung der von Planern und Investoren gewünschten Qualitäten ist er deshalb ungeeignet.

Der Wärmedurchgangskoeffizient Ug einer Verglasung bezieht sich nur auf den ungestörten Mittenbereich des Glases. Zugleich gilt der Wärmedurchgangskoeffizient Uf nur für den Rahmen ohne Verglasung. Die zusätzliche Wärmeleitung aus der Wechselwirkung von Glas, Rahmen und Abstandhalter beschreibt der längenbezogene Wärmedurchgangskoeffizient ψ (Psi-Wert), der hauptsächlich, aber nicht nur von der thermischen Leitfähigkeit des Abstandhalters abhängt.

DIN EN ISO 10077 unterscheidet einerseits die herkömmlichen Abstandhalter aus Aluminium oder Stahl sowie andererseits „wärmetechnisch verbesserte Abstandhalter“. Alle Systemlösungen für die Warme Kante im Randverbund stützen sich auf diese wärmetechnisch verbesserte Qualität, die definiert wird durch die Gleichung

∑ (d x ~) ≤ 0,007

d – Dicke des Materials parallel zur Hauptwärmestromrichtung
~ – die Wärmeleitfähigkeit des Materials in W/(mK)