Wärmeschutz und Tauwasservermeidung

Die Norm unterscheidet also nur die beiden Klassen der Standard- und der wärmetechnisch verbesserten Abstandhalter, für die dann in Abhängigkeit von der Verglasung und dem Rahmen bestimmte Psi-Werte angegeben werden.

Die Differenzierung der energetischen Leistungsfähigkeit der verschiedenen wärmetechnisch verbesserten Abstandhalter bleibt bei diesem Vorgehen unberücksichtigt. Dadurch können die Beiträge moderner, hochwirksamer Warme-Kante-Systeme nur unvollkommen in den Wärmeschutzberechnungen des Fensters dargestellt werden. Dies wird aber angesichts des architektonischen Trends zu großflächigen Verglasungen oder kompletten Glasfassaden im Structural Glazing immer wichtiger.

Die Unterschiede in der thermischen Isolierung verschiedener warm-edge-Systeme haben außerdem Einfluss auf weitere Phänomene am Randverbund von Isolierglas: vor allem auf die Oberflächentemperatur, die Behaglichkeit im Raum und die Tauwasserbildung. Das Auftreten von Tauwasser in kalten Witterungsperioden wird heute aus ästhetischen und hygienischen Gründen kaum noch akzeptiert. Speziell beim Werkstoff Holz kann Tauwasser zudem auf lange Sicht die Rahmenkonstruktion schädigen.